Festival hope.fight.love

hope.fight.love – 150 Jahre Clara Ragaz
Festival der Zeitschrift Neue Wege vom 4. bis 6. Oktober 2024
Citykirche Offener St. Jakob Zürich
Sich in katastrophalen Zeiten nicht entmutigen lassen: Clara Ragaz (1874–1957) hat’s vorgemacht! Als Feministin und Pazifistin hat sie Handlungsräume aufgezeigt und sich der Macht der Gewohnheit entgegengestellt: Eine andere Welt ist möglich. Ihr Hoffen, Kämpfen und Lieben ermutigt auch heute.
Die Neuen Wege laden in Kooperation mit der Citykirche Offener St. Jakob ein zum Festival hope.fight.love – 150 Jahre Clara Ragaz in Zürich. Das Festival bietet ein vielfältiges Programm mit Workshops, Podium, Konzert und Gottesdienst.
Die Zürcher Stadtpräsidentin Corine Mauch eröffnet am 4. Oktober das Festival mit einem Grusswort. Nach einer kurzen Einführung in Leben und Wirken von Clara Ragaz widmet Musiker und Herausgeber Köbi Gantenbein mit dem Orchester Alpenglühn dem Leben und Werk von Clara Ragaz und Leonhard Ragaz eine Suite mit bündnerischem und sozialistischem Liedgut.
Am Samstag, 5. Oktober, verteilt sich ein breites Programm an Workshops über den Tag. Die Organisationen Wirtschaft ist Care, Brava, migrationscharta.ch, Frieda, WILPF, und die Neuen Wege gehen verschiedenen Fragen nach: Welche Forderungen der Friedensaktivistinnen von 1915 sind auch heute noch brandaktuell? Warum denken wir bei dem Wort «Wirtschaft» eher an Geldnoten als an Windelnwechseln? Ist Parteiarbeit sinnvoll oder verlorene Liebesmüh? Wie kann ich meine Privilegien nutzen, um Widerstand zu leisten und andere zu ermächtigen? Wie sieht eine Soziale Arbeit aus, die nicht Pflästerlipolitik betreibt und Menschen einfach wieder zum Funktionieren bringt, sondern auch die gesellschaftlichen Verhältnisse verändern will? Wie müssen solidarische Zugangswege in die Schweiz aussehen? Und was hat Clara Ragaz uns heute noch zu sagen? Gemeinsam mit Lisa Mazzone, Anna Rosenwasser, Nicola Siegrist, Mandy Abou Shoak, Ina Praetorius, Annemarie Sancar und vielen mehr sprechen wir über mögliche Antworten.
Samstagabends findet das Hauptpodium des Festivals zum Thema Ermutigung in katastrophalen Zeiten statt. Yves Bossart fragt die beiden Denker*innen und Aktivist*innen Şeyda Kurt und Franziska Schutzbach wie sich Hoffnung und Widerstand kultivieren lassen, wenn Rechtspopulismus, Klimakatastrophe und Kriege so viel Anlass zu Resignation und Trauer geben? Es geht um alles: um die Liebe, den Hass, die Zärtlichkeit, die Utopie, die Hoffnung. Und um Spuren der Veränderung im Alltag und im Zwischenmenschlichen. Der Samstagabend schliesst mit Konzert von Big Zis und Party mit DJ Scarlett in der Alten Kaserne.
Am Sonntag, 6. Oktober, führt Quartierexperte Hannes Lindenmeyer durch die Lebens- und Wirkorte von Clara Ragaz im Kreis 4. Den Abschluss des Festivals bildet der ökumenische Gottesdienst mit Inspiration aus biblischen Aussagen zum Frieden und aus den Überzeugungen der konsequenten Pazifistin Clara Ragaz.
Das vollständige Programm, Tickets und Informationen zur Zugänglichkeit sind auf hopefightlove.ch zu finden.
150 Jahre Clara Ragaz
2024 ist das Jahr des 150. Geburtstages von Clara Ragaz: Sie wurde 1874 in Chur geboren – in Graubünden blieb sie zeitlebens verwurzelt – und starb 1957 in Zürich. Die Pazifistin, Pädagogin, Stimm- und Wahlrechtskämpferin und religiöse Sozialistin steht bis heute im Schatten ihres berühmten Mannes, des Theologen Leonhard Ragaz. Fakt ist aber: Clara Ragaz ging ihrem Mann in wichtigen Entscheidungen voraus.
Clara Ragaz’ Denken und Wirken sind von hoher Aktualität: Ihr dezidiertes Einstehen für Geschlechtergerechtigkeit kann heutige Debatten rund um Geschlecht inspirieren und herausfordern. Clara Ragaz’ Fähigkeit, Bündnisse und Netzwerke zu bilden, bietet Inspiration für heutige soziale Bewegungen. Als Vordenkerin und Pionierin der Friedensbewegung in der Schweiz sprechen ihre Forderungen ins Heute eines neu geforderten Pazifismus.
Mehr Informationen zu Clara Ragaz und zu weiteren Veranstaltungen während des Jubiläumjahres sind auf der Webseite der Neuen Wege zu finden.