Traum

Traumreihe

Traumreihe Workshops

In der Gegenwart wird der Traum meist als Anhängsel unseres wachen Alltags verstanden. Dass es sich dabei um eine junge Perspektive handelt, zeigt ein Blick zurück in jene Jahrhunderte und Kulturen, in welchen der Traum den eigentlichen und primären Geisteszustand der Menschen bildete. Betrachten wir die schamanischen Religionen oder begeben wir uns auf die Traumpfade der australischen Ureinwohner, dann kehrt sich die Hierarchie von Traum und Wachzustand um.

In ruhelosen Zeiten klingt dies zwar nur in Floskeln an, aber die Ahnung ist noch vorhanden, dass im Schlaf die weltverändernden Impulse wachsen. Ganz im Sinne von: I have a dream und Lebe deine Träume. Kraftvolle Träume sind heute aber spärlich gesät oder nach dem Aufwachen schnell vergessen. Zum Glück gibt es bis heute Menschen und Traditionen, die sich auf das Träumen verstehen. Einige davon haben wir eingeladen mit der Bitte, ihr Wissen in drei Workshops und einem Podium zu teilen.

Traum-Trommel
Freitag, 18. Oktober, 20:00 Uhr

Der Weg vom alltäglichen Bewusstsein in den Zustand des Traums ist ein indirekter – er führt über die Entspannung des Körpers, über das Einschlafen und die Trance. Seit Urzeiten ist dabei die Trommel das wichtigste Hilfsmittel und die kundigste Führerin. Mit ihr beginnt darum die Traumreihe. Der erste Workshop besteht aus einer kurzen Einführung, einem langen Trommel Element und einer Zeit der Stille. Danach wird Tee serviert. Oder die Möglichkeit geboten, in Stille nach Hause zu gehen, um dort weiter zu träumen.

Gast: Pascal Vonlaufen – Trommel

Schamanischer Traum
Freitag, 25. Oktober, 20:00 Uhr

Als die Welt noch jung war, vergassen die Menschen oft, dass es zwischen Traum und Wirklichkeit einen Unterschied gab. Oder vielleicht wussten sie damals einfach noch, dass wirkliche Träume oft mehr Realität und Lebenskraft in sich tragen, als der verschlafene Alltag. Eine zentrale Figur war dabei die Schamanin oder der Schamane. Heute mit allerlei Projektionen überladen, war sie oder er nichts anderes als eine erprobte Träumerin und ein Reisender zwischen Tag und Traum.

Um dies zu lernen und in der Sprache der Gegenwart – das heisst der Naturwissenschaft und Psychologie – zu besprechen, wird Dr. Carlo Zumstein im zweiten Workshop zu Gast sein. Der gelernte Psychotherapeut und ausgebildete Schamane wird neben einer theoretischen Einführung zu Traum, Schamanismus und Psychotherapie, Techniken und Praktiken mitbringen, welche die eigene Reise in den Landschaft des Traums ermöglichen.

Gast: Carlo Zumstein, Dr. phil. und Psychotherapeut.

Luzider Traum
Freitag, 1. November, 20:00 Uhr

In einer alten Geschichte aus China steht der Philosoph Zhuangzi nach einem tiefen Traum vor einem grossen Problem: War er Zhuangzi, der träumte, er sei ein Schmetterling? Oder war er ein Schmetterling, der träumte, er war Zhuangzi? Und weil er keine klare Lösung für dieses Problem fand, war ihm die Wirklichkeit des Traums, den wir Alltag nennen, bis an sein Lebensende suspekt. So hält es mit ihm bis heute der Buddhismus, der das Erwachen aus dem alltäglichen Traum propagiert. Ein Weg dazu ist neben der Meditation das luzide Träumen oder der Klartraum. Gemeint ist der Zustand, in dem die Träumende oder der Träumer sich im Traum bewusst wird, dass er oder sie träumt.

Der Gast des dritten Workshops kennt sich als Zenlehrer und als Leiter von Klartraum-Seminaren mit dem Erwachen aus und wird Übungen und Methoden zur Verfügung stellen, welche das Erwachen und bewusste Handeln im Traum ermöglichen.

Gast: Peter Widmer, Dr. phil., Zenlehrer und Coach

Geträumte Politik
Freitag, 8. November, 18:00 Uhr

Die Wirkung von Träumen in den Wachzustand ist begrenzt. Nicht ohne Grund reimt der Volksmund Traum auf Schaum und doch scheint die Kausalkette nicht ganz abzureissen – denkt man an geträumte Lösungen in der Wissenschaft, bildgewordene Visionen in der Kunst und das schweissgetränkte Bett nach einem Alptraum. Bei politischen Träumen und gesellschaftlichen Utopien ist indirekter und langwieriger. Warum das so ist, wie den Träumen nachgeholfen werden kann und woher neue Träume kommen, wird im letzten Teil der Traumreihe Thema sein.

Es unterhält sich dazu das Team des Offenen St.Jakobs mit:

Mattea Meyer – SP Nationalrätin, Vorstand von Sans-Papiers Schweiz

Vesna Tomse - Soziologin, Politologin und Initiantin verschiedener sozio-politischer Interventionen

Hannes Lindenmeyer – ehem. AL Gemeinderat, ehem. Kirchenpflege Präsident, Organisationsberater und Schriftsteller

Alle Veranstaltungen finden in der Citykirche Offener St.Jakob statt und anstelle eines Eintritts gibt es eine Kollekte.